Beim ,, Künstler“.
Allabendlich, wenn die Dämmerung auf unsere Sommer-frische niedersinkt, versammelt sich an einem abgelegenenPlätzchen außerhalb des Ortes eine vielköpfige heitereVersammlung um ein dürftiges Viereck von Bänken undBrettern. Ein mehrfaches Spalier von Schaulustigen undGaffern umsteht die ärmlichste Bühne, auf welche dasunsichere flackernde Licht von einigen rußenden Flammenfällt, während von oben der volle Mond seinen freigebigenSchein über die Scene gießt. Geselle und Magd, Kindund Kegel der Sommerfrischler aus der Großstadt um-drängen in idyllischem Verein das ländliche Theater, aufdessen Brettern die„ Künstler" ihre fragwürdige Kunstzum besten geben, indes aus einem dunklen Winkel desPlatzes die grässlichste Kirchweihmusik quickend undgrunzend erschallt.
Schon nachmittags sind wir von diesem ohrenzer-reißenden Gequicke freundlichst zum Besuch der Kunst-stätte eingeladen worden, und siehe, die aus der Fernebrummenden Töne ziehen uns richtig hinaus zu Bajazzound Schlangenkünstlerin, zum Trapezmann und zur„ Pan-tomie", über deren Armseligkeiten ein bengalisches Lichtblendend beinahe hinwegtäuscht.