Ein Weltversüsser.
ZUR
Nicht vom Schlaf oder Traum, von der Illusion oderPhantasie ist hier die Rede; weder von den holdenFrauen noch von der Liebe oder dem göttlichen Lachensprechen wir; der Weltversüßer, meine schöne Leserin,den wir citieren, steht in der Zuckerschachtel vor dirauf dem Frühstückstische. In der That, nehmt der Weltjenen weißen Krystall, und ihr habt dem Kinde seinehöchste Lust, dem Kaffee- und Theemenschen unddas sind wir alle sein unentbehrliches Gewürz, demMahle seine ganze Lieblichkeit genommen: die Welt wirddüsterer und des Lebens herber Kern saurer.
Der Zucker als Culturmacht, der einer ganzen Weltdas Dasein versüßt, hat kürzlich die wohlverdiente Ehreeiner umfangreichen wissenschaftlichen Schilderung er-fahren. Deutscher Fleiß und Gründlichkeit haben eindickbändiges Werk über„ die Geschichte des Zuckers"*)geliefert, bei welchem die kindliche Begeisterung fürseine Süßigkeit, die uns alle aus der Kindheit nachgeht,
*)„ Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung,seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrication."Ein Beitrag zur Culturgeschichte von Dr. E. v. Lippmann, Leipzig 1890.