Die Jahreszahl.
So oft es mit einem Jahre zu Ende geht und dasneue an seine Stelle tritt, wie ein Soldat in die Lückeder Schlachtreihe springt, wird unser Sinn, den sonstnur der wechselnde Inhalt der Zeit beschäftigt, durch garmanche kleine Äußerlichkeiten lebhafter und bewusster alssonst einmal auch auf ihre Form und Eintheilung selbst,sozusagen auf ihr Äußeres hingewiesen, und wir bemerken,was uns gewöhnlich im Wechsel der Tage gar nicht bei-kommt, Art und Anlage unserer Chronologie, fühlen dasGewicht der ersten Eins, die ein Jahrtausend vor unsschiebt, verspüren den unwiderstehlichen Zug der zweitenZiffer zur Abrundung der ganzen Zahl, ärgern oder freuenuns über die letzte neue Ziffer, je nachdem sie uns an-genehm oder unsympathisch ist- kurz, das chronologischeThema rückt für einige Tage in unseren Gesichtskreisund beschäftigt gelegentlich Gedanken und Witz.
In solchen Betrachtungen mögen wir auch mit einigerVerwunderung entdecken, wie so höchst merkwürdigeigentlich unsere Weise, die wir mit vielen Völkerntheilen, sei, einen einzigen festen Punkt in der Linieder Zeit anzunehmen, gleichsam einen unerschütterlichenPfeiler in die endlose Reihe der Ereignisse einzusenken,