Die Schicksale des Silbers
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der Beständigkeit ihrer Neigungen und Gewohnheiten,welche die härtesten Stürme überdanert haben, wird auchihre Vorliebe für das Silber ihnen lange nicht abzuge-wöhnen sein. Indien ist eben in seiner eingebornen Be-völkerung noch nicht reif für das Gold. Wie die silberneUhr für ein Kind, passt das mindere Silber allein für dienoch naiv dahinlebenden Hindus, gerade wie für dieChinesen und sonstigen Ost- Asiaten. Es ist damit dietiefere Stufe der volkswirtschaftlichen Entwickelung gekenn-zeichnet, auf welcher diese Völker bislang noch verharren,und zugleich der tiefere Stand ihrer Cultur überhaupt.Denn je höhere Wertmesser wir in der Menschheit an-treffen, desto höheren Wert hat, in jedem Sinne genommen,die damit messende Civilisation.
In dem Unterliegen des Silbers auf allen Linien, daskaum mehr aufzuhalten scheint, haben wir das Ergebniseiner Art Kampfes ums Dasein vor uns, der sich nichtnur zwischen den Lebewesen, sondern auch unter allenandersartigen Potenzen der Welt abspielt. Der Stärkeresiegt überall, und zwar siegt er so gründlich, dass erden Schwächeren zu Boden ringt. Das Silber liegt gleichsamentseelt auf dem Boden, ein todter Körper, der nur mehrim Kreislaufe des Stoffes eine Rolle spielt; aber das Goldschwingt, um so mehr Tyrann, frohlockend seine glänzendeGeißel über die Welt.