Die Reclame.
ZUR
Über die Reclame, deren Nützlichkeit und Unentbehr-lichkeit eine ausgemachte Sache ist, die Nase zu rümpfen,wird zwar immer als das Zeichen einer idealen Gesinnunggelten, aber der große tosende Strom menschlichen Ver-kehrs wird diesen Idealisten auch immer zur Seite stehenlassen. Der unendliche Chorus derer, die etwas feilzu-bieten haben, wird es um die Wette ausschreien; wiedie Käufer der Ware stets neugierig hinhorchen werden,wo es am lockendsten klingt. Wenn sich dabei auch zu-weilen Sprenkel für die Gimpel ausgelegt finden, so werdeneben Gimpel gefangen werden: es ist ihr Los. Es handeltsich hier aber um dringendere Dinge. Wer feil hält, willverkaufen. Es gilt, das träge Gold ins Rollen zu bringen,sein zähes Beharrungsvermögen zu überwinden. Die un-geheure Maschine des Handels, welche diese Arbeit desUmsatzes der Güter nur stockend und knarrend leistenkann, bedarf dringend eines Öles, das ihre Räder lustigund willig macht. Dies Öl ist die Reclame.
Die Reclame ist daher fast so alt wie der Handelselbst. In seiner Kindheit, in der Urzeit allerdings warder Handel noch stumm. Scheu legt der Wilde seineWare auf den Grund und hält sich im Nachbargebüsch