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Der Bachwirt
Wer das Bücken nicht scheut, kann von Rain und Wiesebequem einen hübschen Strauß pflücken, bis er beimBachwirt ankommt; er tritt auch würdiger in das Haus,wenn er mit Blumen kommt. Ein stattliches Gehöfte,blank und sauber, steht es nach einer kleinen Wegstundeim Thale; ein rechtes Bauern- und gar kein Musenhaus,mit Stall und Dunghof, mit schwerem Dach und kleinenFenstern. Keine Lyra oder sonst ein Zeichen, dass dieMusen im Hause ein Heim haben, am Giebel; sein einzigerSchmuck ist ein luftiger Vorbau mit den sauber gedecktenTischen für die Gäste. In der Wirtsstube mit ihrereichenen Decke altväterischer Hausrath; ein ungeheurerOfen, geschwärzte Bilder an den Mauern; die Bänkelaufen an der Wand und der schwere Tisch steht inder Ecke. Eine altmodische Guitarre liegt darauf: dasist des Bachwirts Traute.
Die Stube ist heute leer, es sitzt sich im Freienviel hübscher. Draußen sind denn auch die Tischevoll;Einheimische und Stadtleute in buntem Durchein-ander. Wir bekommen unsern Wein und drehen uns er-wartungsvoll auf den Stühlen. Da tritt ein großer,hagerer Mann zwischen die Tische, seine„ Klam-pfen, die Guitarre, in der Hand es ist der Bach-wirt. Der Schelm sitzt ihm in den Augen, und denWein liebt er auch das sind die ersten raschen Ein-drücke, zu denen uns Zeit bleibt; denn der Bachwirthat sich einen Stuhl unter seine Gäste gerückt und zupftschon an den Saiten seiner Klampfen. Er singt eins vomBesten den„ sinierenden Narren", der nicht weiß, wieihm ist. Man horcht auf und stutzt, bei der zweiten oderdritten Strophe aber wird man warm und lacht zuletztseelenvergnügt mit. Das nächste Liedl genießt man noch