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Der Bachwirt.
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Wohl rauschen überall im Lande frische Bäche durchWald und Feld, und ein Haus mit grünem Buschen undkühlen Weinen steht auch meist daran, wo sich's gutruht und trinkt; aber einen Bachwirt gibt's doch nuran Einem Orte, einen Bachwirt, welcher der Bachwirtist nicht ein Mensch, der ein Wirtshaus am Bachführt. Der Unterschied ist groß: er beträgt eine echte,rechte Poetenseele- eben die muntere Dichterseele, welchein unserem Bachwirt singt und klingt. Wer bei ihm ein-kehrt, wird mit Wein und Liedern bewirtet, und zum treff-lichen Mahl aus seiner Küche bietet er fröhliche Poesie ausseinem Kopf. Das thut ihm leicht keiner nach darum ister der Bachwirt und sein Haus weithin bekannt im Lande.Von der Straße durch's liebliche Alt- Aussee führt einangenehmer Pfad in ein grünes Seitenthal, wo des Bach-wirtes Hof steht. Dunkles Tannengrün säumt den Weg,der fast unmerklich, doch unverdrossen bergan führt,manchmal in weitere Lichtungen hinaustretend, wo dieFelsenwände ernst niederschauen und Echo, die neckischeNymphe, ihr Wesen hat. Goldschwänzchen zwitschern aufden Zweigen, und plätschernd eilt zur Linken ein Bach,des Bachwirtes Bach, thalabwärts zum tiefgrünen See.
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