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Die Waldandacht
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verblasste Gesellschaft. Zu ihren Füßen die irdischenWünsche, die Zettel mit den frommen Versen, Bitten undDanksagungen. Gedruckte, in nichtssagendem Kirchenton
allemal unter Glas und Rahmen geschriebene,ebenso stark im Glauben als schwach in der Orthographie,die Tinte verwischt, hie und da ein ergreifender Ton.Für die Genesung ihres einzigen Kindes dankt eine Frauder Himmelsmutter; um ein glückliches Ende betet dieGreisin. Die Gefahr für Hab und Gut wehrt ein Unbe-kannter mit dem Florianssegen ab, und„ Lass' in denGeorg die Lieb' einfahren" ist das Gebet des verschmähtenMädchens.
Es ist eine eigenthümliche, weit hinter den meistenvon uns liegende Welt, aus der diese Bildwerke undBitten im Walde stammen. Wie aus dunklen Truhen, vonniedrigen Bauernwänden, aus der Nische mit dem ewigenLicht, wo altväterischer Hausrath herumsteht, sind diemeisten Spenden hervorgeholt. Die Großstadt ist freilichzu nah, als dass in dem frommen Schatz nicht auch dasseelenlose Fabricat religiöser Industrien anzutreffen wäre,die schlechten Copien von Mustern, die, hoch über demVolksgeschmack stehend, seinem Verständnis ganz ent-rückt sind, billigste Kreuzerware, wie sie die Maschinezu Tausenden für die mechanische Andacht liefert. Aberwenn man diese grünenden Bildsäulen genauer mustert,wird sich doch genug der echten alterthümlichen Einfaltin Werk und Bild hier angenistet finden. Wer, wie diemeisten Gebildeten, die kirchliche Kunst nur in den stolzenDomen und den Gallerien kennen gelernt hat, wo sie demreligiösen Gedanken in idealer Verklärung Ausdruck leiht,wird fast über die Dürftigkeit erschrecken, in welcherderselbe Gedankeninhalt dem Bedürfnis eines anderen