Von den zur Butter- und Käseerzeugung dienenden Gerätschaftenwäre vor allem eine ehemals in den Almhütten des Lammertalesrecht verbreitete Vorrichtung zum Butterschlagen( der» Butterzug«)zu erwähnen. Abb. 1, 2, Taf. VI.)
Er besteht, wie dies die beigegebene Skizze( Abb. 2a, Taf. WI) veranschaulicht, aus einerQuerstange ab, die um ihre eigene Achse drehbar ist. Der Querstange, die an einemEnde direkt an der Wand, am anderen Ende durch den Stab bm' an den Deckenbalkenbefestigt ist, entspringen zwei Stäbe de und fg. Diese sind derart zueinander gestellt, daßbeim Herabziehen des Stabes fg der andere de, der innen hohl ist und in den Stoßbalken hides Butterfasses eingreift, auf und ab geht. Außer Gebrauch wird der Hohlstab de in derWeise an der Wand befestigt, daß er in einem daselbst angebrachten Holzstift steckt.Da das Stoßbutterfaß durch das Drehbutterfaß immer mehr verdrängt wird, ist der Butterzugganz selten geworden und findet sich heute nur mehr in einigen alten Almhütten vor.
Der fertigen Butter werden verschiedene Muster mit Buttermodeln aufgedrückt, diehier entweder einteilig und auf der Rückseite mit Eingriffen zur bequemeren Handhabungversehen oder fünfteilig sind: in letzterem Falle werden bei Gebrauch alle Teile zusammen-geklappt und mit einem Reifen festgehalten, so daß der Butterstumpf allseitig mit Musternbedeckt wird.( Abb. 3. 4. Tat..) Außerdem kommen noch kleinere und größere Roll-buttermodeln vor.( Abb. 6, Taf. VI. Die Muster sind religiösen Inhalts oder auch Blumen-und Tierdarstellungen. Sowohl die Form dieser Buttermodel wie die Auswahl der Motive sinddurchwegs auch für andere Salzburger Gegenden charakteristisch.
Zur Herstellung von Bierkäse dient der aus einem Stück Holz gedrechselte, mitdurchlöchertem Boden und Wänden versehene Käsenapf(, Ka- stotz"), der in dieser oderähnlicher Form wohl in den meisten europaischen Gebirgsgegenden verbreitet ist.( Abb. 6,Taf. VL) Dieser Holznapf wird mit der Käsemasse gefüllt und mittels einer Käseleiter aufein Milchschaff zum Abtropfen des Käsewassers aufgestellt.( Abb. 6a, Taf. VI) Sobalddieses abgeronnen ist, wird der Käse zum Formen mit einem entsprechend großen Streifenvon Fichtenrinde( Kasrinde*) umwickelt, die hier den in Alpenländern sonst üblichenhölzernen Formreiten ersetzt. Nach der Meinung der Abtenauer verleiht die Fichtenrindedem Käse einen angenehmen Geruch und Geschmack. Die Käsemilch wird zur Herstellungdes sauren Topfens, des Scho tens, verwendet, der ja bekanntlich ein wichtiges Nahrungs-mittel in den Alpenländern abgibt. Der abgekochte Schotten wird in ein Tuch gewickeltund in ein wiegenförmiges Gerät( die Schottwiege) zum Abtropfen gelegt. Dieses bestehtaus zwei segmentförmigen Brettchen, die an der Bogenseite durch Stäbchen miteinanderverbunden sind.( Ath. 8, Taf. VI) De fertige Schotten wird in einem auf zwei Bäckenim Käsekeller aufgestellten großen Holztrog(, Schottenpij") geknetet, gesalzen und darinden ganzen Sommer gelas en.( Abb. 7, Taf. VI.) In einigen Sennhütten dient zu diesemZwecke einfach ein starker ausgehöhlter Baumklotz.
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Fig. 25. Rozenartige Betten in der Tenneke