Schweizer Tesslen.
Sammlung DE. Gobloten.
Fig. 1
Die Kerbhölzer heissen in der Schweiz/ Kant. Wallis/ Tesslen unddienen dort:
1. Zur Regelung gewisser Gemeindepflichten.
2. Zur Kontrolle verschiedener Leistungen.
3. Zur Dokumentierung gewisser Rechte.
A. Wächtertessle aus der Gemeinde Oberwald Bez. Goms/ Oberwallis/gibt die Reihenfolge des Nachtwächterdienstes an. In der Reihenfolgenämlich, in der die Hauszeichen der Bauern eingekerbt sind, erfolgtder Nachtwächterdienst, den täglich ein anderer besorgt.
B./ Wässertessle aus der Gemeinde Feschel Bez. Leuk/ Oberwallis/ dientzur Kontrolle der Wasserrechte. Da die Gegend trocken ist leitet mandas Wasser von den Gebirgsbächen auf die Wiesen, um diese zu bewäs-sern. Jedoch nur der Besitzer eines Wasserrechtes darf dies tun. ZurKontrolle desselben dient das abgebildete Kerbholz. 21 Löcher, an denenHölzchenbündel hängen entsprechen 21 Tagen an den alle Besitzer derWasserrechte zur Bewässerung kommen sollen. Wenn 21 Tage vorbei sind,beginnt man wieder von vorne. An jedem Loch hängen Kerbhölzchen, aufden bben ein Hauszeichen, unten die Anzahl der Bewässerungsstundenverzeichnet ist.[LINE]
[LINE][LINE][LINE] Jedes Kerbhölzchenbündel an einem Loch entspricht 20 Stunden, dennvon 24 Stunden gelten nur 20 für Bewässerung. Alle 8-10 Jahre wirdein neues Kerbholz angefertigt.