{"viewingHint":"paged","service":[],"structures":[{"ranges":["https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/range/203072","https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/range/203073"],"viewingHint":"top","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/range/203044","@type":"sc:Range","label":"Table of Contents"},{"canvases":["https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203100"],"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/range/203072","@type":"sc:Range","label":"dig/14072: Statisches 3D-Modell"},{"canvases":["https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203102"],"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/range/203073","@type":"sc:Range","label":"dig/1907: Volkskundemuseum Wien / Foto: Christa Knott"}],"sequences":[{"canvases":[{"height":1080,"width":1920,"images":[{"resource":{"service":{"profile":"http://iiif.io/api/image/2/level2.json","@context":"http://iiif.io/api/image/2/context.json","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203100"},"format":"image/jpeg","height":562,"width":1000,"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/download/webcache/1000/203100","@type":"dctypes:Image"},"on":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203100","motivation":"sc:painting","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/annotation/203100","@type":"oa:Annotation"}],"label":"[1]","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203100","@type":"sc:Canvas"},{"height":2644,"width":1700,"images":[{"resource":{"service":{"profile":"http://iiif.io/api/image/2/level2.json","@context":"http://iiif.io/api/image/2/context.json","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203102"},"format":"image/jpeg","height":1555,"width":1000,"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/download/webcache/1000/203102","@type":"dctypes:Image"},"on":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203102","motivation":"sc:painting","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/annotation/203102","@type":"oa:Annotation"}],"label":"[2]","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203102","@type":"sc:Canvas"}],"viewingHint":"paged","startCanvas":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/canvas/203100","viewingDirection":"left-to-right","label":"Current Page Order","@context":"http://iiif.io/api/presentation/2/context.json","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/sequence/normal","@type":"sc:Sequence"}],"label":"\u00d6MV/35997: Tempel des Menschensohnes","thumbnail":{"width":304,"height":171,"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v21/203100/full/304/0/default.jpg","@type":"dctypes:Image","format":"image/jpeg"},"logo":{"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/domainresource/static/graphics/connectors/viewerLogo.gif","service":{"profile":"http://iiif.io/api/image/2/level2.json","@context":"http://iiif.io/api/image/2/context.json","@id":""}},"@context":"http://iiif.io/api/presentation/2/context.json","seeAlso":{"format":"application/xml","@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/oai?verb=GetRecord&metadataPrefix=mets&identifier=203044","label":"METS"},"@id":"https://sammlung.volkskundemuseum.at/i3f/v20/203044/manifest","@type":"sc:Manifest","metadata":[{"value":"Christliche Weltsicht um 1700\rTempelarchitektur mit Kleinplastiken: Tempel mit sieben S\u00e4ulen, in dessen Zentrum Christus mit ausgebreiteten Armen umgeben von sieben Leuchtern auf einer Kalotte steht, die wohl den bewohnten Teil der Erde symbolisiert.\r\rBeschreibung:\rDie heilige Zahl Sieben ist f\u00fcr den Aufbau des Tempels ma\u00dfgeblich, sein Inhalt wird von der Offenbarung des Johannes bestimmt: sieben Prankenf\u00fc\u00dfe tragen das runde Fundament, auf dem die sieben S\u00e4ulen des Tempels stehen. Vor den S\u00e4ulen stehen auf sieben Sockeln Heilige und zwar Maria, Petrus und Paulus als Paar, Nikolaus, Andreas, Augustinus, Katharina und Leopold. Auf den Sockeln befindet sich je ein Buchstabe, n\u00e4mlich M - H - G - V - H - B - F, die au\u00dfer dem M f\u00fcr Maria aber keinen Bezug zu den Figuren erkennen lassen, ihre Bedeutung ist daher unklar.\rZwischen den S\u00e4ulen sind sieben Worte angebracht, die eine Art Balustrade bilden. Sie bezeichnen die sieben Tugenden: TIMOR DOMINI (Gottesfurcht) - INTELLECTUS (Erkenntnis) - TEMPERENTIA (M\u00e4\u00dfigkeit) - PATIENTIA (Geduld) - LIBERALITAS (Gro\u00dfmut) - DEVOTIO (Ergebenheit) - CASTITAS (Keuschheit).\rAuf dem von den S\u00e4ulen getragenen Gesims stehen sieben Worte: SAPIENTIA AEDISCAVIT LIBERATU DORIUM EXCIDIT COLUMNAS SEPTEM (nach Spr. 9,1: Die Weisheit hat ihr Haus gebaut und ihre sieben S\u00e4ulen behauen).\rDie sieben Leuchter im Inneren des Tempels tragen sieben Schilder mit den Namen der sieben Gemeinden aus der Offenbarung: EPHESUS, SMYRNIA, PERGAMUM, THYATIRA, SARDES, PHILADELPHIA und LAODICEA. Vor den Leuchtern sind sieben Kartuschen angebracht. Sie enthalten die schriftlichen Ratschl\u00e4ge an die Gemeinden und entsprechen den Stellen 2,4-5; 2,10; 2,14-16; 2-20; 3,1-3; 3,8-11 und 3,15-19 in der Offenbarung. Diese Ratschl\u00e4ge korrespondieren mit sieben Engeln am Gesims der Kuppel. Diese halten Schilder vor sich, auf denen die Verhei\u00dfungen an die sieben Gemeinden stehen.\rBekr\u00f6nt wird die Kuppel mit einem Spruchband, das lautet: SPIRITUS SEPTEM ECCLESIIS (Der Geist den sieben Gemeinden). Der Heilige Geist, der sich \u00fcber die sieben Gemeinden ergie\u00dfen soll, wird durch sieben Flammen dargestellt.\r\rGeschichte / Museum:\rDer sogenannte \"Tempel des Menschensohnes\" stellt ein Unikat dar, jedenfalls ist bisher kein vergleichbares Objekt bekannt geworden. Unbekannt sind auch der Sch\u00f6pfer dieses Kunstwerkes und der Herstellungsort. Die Kleinarchitektur entstammt jedenfalls der ge\u00fcbten Hand eines Schnitzers, der im Umfeld traditioneller Produktionsst\u00e4tten (m\u00f6glicherweise Oberammergau oder Gr\u00f6den) zu vermuten ist. Zu vermuten ist auch, dass es sich um das Auftragswerk eines bibelkundigen, in der christlichen Welt verankerten Menschen handelt. \rAusschlaggebend f\u00fcr die Museumserwerbung d\u00fcrfte aber weniger der religi\u00f6se Inhalt des Tempels gewesen sein, sondern seine \u00c4sthetik, die ihn zu einem Objekt der Volkskunst macht. Seit der Neuaufstellung der Dauerausstellung 1994 wird der Tempel in jenem Raum pr\u00e4sentiert, der die Religion als Ordnungsprinzip des t\u00e4glichen Lebens veranschaulicht.\r\rGeschichte / Leben / Kontext:\rDer Tempel des Menschensohnes, der um 1700 entstanden sein d\u00fcrfte, verfolgt eine theologische Botschaft, der am \u00dcbergang vom 17. zum 18. Jahrhundert ein besonderes Gewicht zukommt. Der Tempel visualisiert die Offenbarung des Johannes aus dem Neuen Testament der Bibel, und zwar konkret den Auftrag an die sieben verfolgten Gemeinden in Kleinasien, in ihrer bedr\u00e4ngten Lage durchzuhalten und auf die Wiederkunft Christi als Endrichter zu hoffen.\rWendepunkte, besonders zu Millennien, sind bekanntlich pr\u00e4destiniert f\u00fcr apokalyptische Vorstellungen. Am \u00dcbergang von der Gegenreformation zur Aufkl\u00e4rung fand sich die katholische Kirche au\u00dferdem mit einem neuen Weltbild konfrontiert, das kontr\u00e4r zur bisherigen geozentrischen Auffassung stand. Das 17. Jahrhundert war gepr\u00e4gt von der Auseinandersetzung Roms mit dem heliozentrischen Weltbild eines Kopernikus oder eines Galileo Galilei. Wesentlichen Anteil an der Durchsetzung des neuen Weltbildes hatte auch Johannes Kepler, der die Beobachtungen von Tycho Brahe, des bedeutendsten Astronomen der Zeit, rechnerisch in Tabellen erfasste.\rNach jahrzehntelanger Arbeit war es Johannes Kepler 1627 gelungen, sein Werk, die \"Tabulae Rudolphinae Astronomae\", im Druck herauszubringen, dessen Titelseite ein Kupferstich ziert, der dem K\u00fcnstler des \"Tempel des Menschensohnes\" als Vorlage gedient haben k\u00f6nnte. Keplers Titelkupfer zeigt n\u00e4mlich ebenfalls einen Tempel mit zehn unterschiedlichen S\u00e4ulen, an denen die wichtigsten Instrumente der Astronomie h\u00e4ngen. Die S\u00e4ulen tragen die Namen der damals bekanntesten Astronomen, wovon f\u00fcnf auch bildlich dargestellt sind. Darunter Tycho Brahe, der stehend auf den Plafond des Tempels zeigt, auf dem die Planetenbahnen zu sehen sind. Auf der Sockelzone des Tempels sind die Studierstube Keplers, die d\u00e4nische Insel Hven, auf der Tycho Brahe sein Observatorium Uranienburg errichtet hatte, und die Werkstatt des Druckers Jonas Sauer in Ulm dargestellt, in der die \"Tabulae Rudolphinae\" gedruckt wurden. Hier findet sich au\u00dferdem die Signatur des Stechers Georg Keller.\rW\u00e4hrend also Kepler mit seinem \"Tempel der Astronomie\" gewisserma\u00dfen eine  wissenschaftliche Entwicklungsgeschichte des neuen Weltbildes zeigt, verk\u00f6rpert der \"Tempel des Menschensohnes\" die traditionelle Sicht der Kirche, bei der Christus sonnengleich im Mittelpunkt der Erde steht. Er ist laut Offenbarung derjenige, der am Ende der Zeiten als Weltenrichter auftreten werde, um die Gerechten zu erl\u00f6sen. Die vor den S\u00e4ulen postierten Heiligen fungieren als F\u00fcrsprecher der Menschen vor dem Throne Gottes.\r\rFranz Grieshofer","label":"Beschreibung"},{"value":"unbekannt","label":"Hersteller:in"},{"value":"Alpenraum (Herstellungsort)   ; Gr\u00f6den (Herstellungsort)   ; Oberammergau (Herstellungsort)   ; um 1700","label":"Entstehung"},{"value":"Lindenholz","label":"Material"},{"value":"geschnitzt (Holz) ; gefasst (Holz) ; vergoldet (Holz)","label":"Technik"},{"value":"H: 78 cm D: 45 cm Figuren: H: 10 bis 18 cm","label":"Abmessungen"},{"value":"Objekt","label":"Objekttyp"},{"value":"Skulptur und Plastik, sakral","label":"Objektart"},{"value":"Daxelm\u00fcller, Christoph: Die Welt als Einheit. Eine Ann\u00e4herung an das Wissenschaftskonzept des Athanasius Kircher. In: Horst Beinlich (Hg.): Magie des Wissens. Athanasius Kircher 1602 - 1680. Universalgelehrter, Sammler, Vision\u00e4r. Dettelbach 2002, S. 27-48.\r\rWacha, Georg: Der kaiserliche Mathematiker Kepler und Linz. In: Wilfried Seipel (Hg.): Mensch und Kosmos. O\u00d6. Landesausstellung 1990. Bd. 1. Linz 1990, S. 93-113, hier S. 103.","label":"Weiterf\u00fchrende Informationen"},{"value":"Grieshofer, Franz: Reflexionen \u00fcber den \"Tempel des Menschensohnes\". Eine Kleinarchitektur im \u00d6sterreichischen Museum f\u00fcr Volkskunde. In: Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie der Universit\u00e4t Wien (Hg.): Begegnungen. Festschrift f\u00fcr Konrad K\u00f6stlin zur Emeritierung am 30. September 2008. Wien 2008 (= Ver\u00f6ffentlichungen des Instituts f\u00fcr Europ\u00e4ische Ethnologie der Universit\u00e4t Wien 32), S. 187-203.\r\ro.A.: Das Templum und Athanasius Kirchers Wissenschaftsverst\u00e4ndnis. In: Vonderau Museum Fulda (Hg.): Magie des Wissens. Athanasius Kircher (1602-1680). Jesuit und Universalgelehrter. Petersberg 2003, S. 29-30.\r\rSchmidt, Leopold: Der Tempel des Menschensohnes. Eine alpenl\u00e4ndische Kleinarchitektur um 1700. In: Werke der alten Volkskunst. Gesammelte Interpretationen. Rosenheim 1979, S. 129-132, 158, 203 (Abb.).\r\rVollrath, Hans-Joachim: Der Tempel des Menschensohnes. 2002.","label":"Dokumentation"},{"value":"\u00d6MV/35997","label":"Inventarnummer"},{"value":"Ankauf","label":"Erwerbungsart"}]}